Anfechtung des Testaments

  • Wenn der Erblasser einen gesetzlichen Erben durch Testament enterbt hat, bleibt diesem nur die Möglichkeit, das Testament durch eine Anfechtung zu Fall zu bringen. Das ist unter bestimmten Voraussetzungen und unter Wahrung einer bestimmten Frist möglich.
  • Es muss ein gesetzlich anerkannter Anfechtungsgrund vorliegen. In Betracht kommen die Anfechtung wegen Inhaltsirrtums und Erklärungsirrtums, Anfechtung wegen Irrtums im Beweggrund, Anfechtung wegen widerrechtlicher Drohung und Anfechtung wegen Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten.
  • Anfechtungsberechtigt ist nur derjenige, welchem die Aufhebung des Testaments unmittelbar zustatten kommen würde. Man muss also die Situation vor und nach der Anfechtung vergleichen. Wer nach der Anfechtung am Nachlass beteiligt ist, ist auch zur Anfechtung des Testaments berechtigt. Bei der Anfechtung wegen Irrtums kann nur derjenige die Verfügung anfechten, auf den sich der Irrtum bezieht. Bei der Anfechtung wegen Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten ist nur der betroffene Pflichtteilsberechtigte zur Anfechtung berechtigt.
  • Die Anfechtung ist dem zuständigen Nachlassgericht gegenüber zu erklären. Für die Abgabe der Erklärung der Anfechtung, ist gesetzlich keine besondere Form vorgeschrieben. Sie kann schriftlich oder zu Protokoll des Nachlassgerichts abgegeben werden. Die Anfechtung wird erst mit dem Zugang beim Nachlassgericht wirksam.
  • Die Anfechtungserklärung muss nicht begründet werden. Gleichwohl ist es sinnvoll, den Grund, warum das Testament angefochten wird, in der Erklärung anzugeben.
  • Bevor Sie ein Testament anfechten, sollten Sie sich in jedem Fall von einem fachkundigen Anwalt beraten lassen.
  • Die Anfechtungsfrist beträgt ein Jahr. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem der Anfechtungsberechtigte von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt hat. Die Anfechtung ist ausgeschlossen, wenn seit dem Erbfall 30 Jahre verstrichen sind.
  • Die Frist für die Anfechtung beginnt frühestens mit dem Zeitpunkt des Erbfalls, in dem der Anfechtungsberechtigte vom Erbfall Kenntnis erlangt hat. Daneben ist Voraussetzung für den Lauf der Frist, dass der Berechtigte den Inhalt des ihn benachteiligenden Testaments kennt und zuverlässig Kenntnis des Irrtums bzw. der Drohung hat.
  • Die Anfechtung des Testaments wegen Irrtums oder Drohung führt nur zur Unwirksamkeit der auf dem Irrtum oder der Drohung beruhenden Verfügung im Testament. Dagegen führt die Anfechtung wegen Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten zur Nichtigkeit des gesamten Testaments. 

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