Teilungsanordnung und Teilungsverbot

  • Wenn sich die Bildung einer Erbengemeinschaft nicht verhindern lässt, sollten Sie in Ihrer Verfügung von Todes wegen Anordnungen treffen, die eine spätere Aufteilung des Nachlasses, die sogenannte Auseinandersetzung erleichtern. Als Gestaltungsmittel stehen Ihnen dafür insbesondere die Teilungsanordnung bzw. das Vorausvermächtnis und das Teilungsverbot zur Verfügung.
  • Mit einer Teilungsanordnung können Sie als Erblasser nicht nur bestimmen, wer Ihr Vermögen erhält, sondern auch festlegen, wie Ihre Erben dieses Vermögen untereinander aufzuteilen haben.
  • Wollen Sie als Erblasser nicht, dass Ausgleichsansprüche entstehen, dann müssen Sie dies ausdrücklich bestimmen. In diesem Fall müssen Sie ein sogenanntes Vorausvermächtnis anordnen. Damit wenden Sie einem Miterben einen Vermögensvorteil über seinen Erbteil hinaus zu. Während Sie mit einer Teilungsanordnung den dem Erben zustehenden Erbteil nur konkretisieren, erwirbt der Erbe das Vorausvermächtnis zusätzlich zu seinem Erbteil.
  • Mit einer Teilungsanordnung können Sie zwar verfügen, dass der Nachlass entsprechend Ihren Anordnungen unter den Erben aufgeteilt wird, Ihre Verfügungen führen aber nicht von selbst zur Aufteilung. Ihre Erben sind also, wenn sie sich untereinander einig sind, nicht gehindert, eine andere Verteilung vorzunehmen. Wenn Sie das verhindern wollen, müssen Sie eine Testamentsvollstreckung anordnen.
  • Jeder Miterbe kann nach Eintritt des Erbfalls eine Auseinandersetzung, also die Aufteilung des Nachlasses verlangen. Wollen Sie als Erblasser das verhindern, können Sie durch Verfügung von Todes wegen die Auseinandersetzung des Nachlasses oder einzelner Nachlassgegenstände ausschließen oder von der Einhaltung einer Kündigungsfrist abhängig machen. Sie können die Auseinandersetzung auf bestimmte Zeit oder auf Dauer, im Regelfall aber für höchstens 30 Jahre nach dem Eintritt des Erbfalls verbieten.
  • Im Regelfall ist die Anordnung eines Teilungsverbots in Bezug auf den gesamten Nachlass oder einzelner Nachlassgegenstände problematisch. Lassen Sie sich deshalb vor einer entsprechenden Anordnung in Ihrer Verfügung von Todes wegen eingehend beraten.
  • Wenn Sie vermeiden wollen, dass Ihre Erben den Nachlass trotz Teilungsverbots unter sich aufteilen, sollten Sie eine Testamentsvollstreckung anordnen. 

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