Vermögensübertragung durch Verfügung von Todes wegen

  • Jede Person hat das Recht, nach freiem Belieben Anordnungen und Bestimmungen über ihr Vermögen nach dem Tod zu treffen. Sie können durch Testament oder Erbvertrag Ihre Erben und damit Ihre Vermögensnachfolger bestimmen, Ihr Vermögen unter mehreren Personen aufteilen oder Verwandte oder Ihren Ehegatten von der gesetzlichen Erbfolge ausschließen.
  • Um sicher zu gehen, dass Sie durch frühere Verfügungen von Todes wegen nicht bereits anderweitige Bestimmungen getroffen haben (insbesondere lange zurückliegende Verfügungen können in Vergessenheit geraten), sollten Sie bei der Errichtung einer Verfügung von Todes wegen klarstellen, dass Sie alle früheren Verfügungen widerrufen.
  • In einem eigenhändigen Testament müssen die gesamte Testamentserklärung selbst mit der Hand schreiben. Nicht ausreichend ist eine mit einer Schreibmaschine oder mit einem PC erstellte Erklärung. Auch wenn Sie Ihr Testament einer anderen Person diktieren, ist die gesetzlich vorgeschriebene Form nicht erfüllt. Wichtig ist, dass der Text lesbar ist. Ein nicht lesbares Testament ist nichtig.
  • Achten Sie darauf, dass Sie Änderungen in Ihrem eigenhändigen Testament formgerecht vornehmen. Änderungen in mechanischer Schrift gelten als nicht geschrieben; sie machen also nicht das gesamte Testament unwirksam.
  • Aus Beweisgründen wird dringend empfohlen, den Zeitpunkt der Errichtung des Testaments anzugeben. Wenn nämlich mehrere sich widersprechende Testamente vorliegen, kann fraglich sein, welches Testament das Aktuelle ist.
  • Ihr einmal errichtetes eigenhändiges Testament können Sie jederzeit nachträglich ändern. Gründe dafür brauchen Sie nicht anzugeben. Ihr Änderungsrecht ist ein unverzichtbares Recht. Ein Vertrag, durch den Sie sich verpflichten, ein einmal errichtetes Testament nicht mehr zu ändern, ist unwirksam.
  • Ihr eigenhändiges Testament können Sie an jedem beliebigen Ort aufbewahren. Allerdings sollten Sie dafür sorgen, dass vertrauenswürdige Personen von dem Aufbewahrungsort wissen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Testament nicht oder erst längere Zeit nach dem Erbfall aufgefunden wird.
  • Sie können Ihr eigenhändiges Testament jederzeit ganz oder teilweise widerrufen. Gründe dafür brauchen Sie nicht anzugeben. Ihr Widerrufsrecht ist ein unverzichtbares Recht. Eine auf vertraglicher Grundlage begründete Verpflichtung zum Widerruf wäre unwirksam.
  • Wenn Sie den Widerruf Ihres Testaments oder einzelner Verfügungen bedauern und Ihrer früheres Testament bzw. einzelne Verfügungen wieder aufleben lassen wollen, können Sie Ihren Widerruf einfach widerrufen. Im Zweifel wird durch den Widerruf des Widerrufs Ihre ursprüngliche Verfügung wieder wirksam. Der Widerruf des Widerrufs erfolgt durch Testament.
  • Ein notarielles oder öffentliches Testament müssen Sie bei einem Notar errichten. Die Errichtung ist in zwei Formen möglich: Sie können Ihr Testament zur Niederschrift eines Notars errichten, indem Sie dem Notar Ihren letzten Willen erklären. Sie können aber auch Ihr Testament durch Übergabe einer Schrift an den Notar mit der Erklärung errichten, dass diese Schrift Ihnen letzten Willen enthält.
  • Das notarielle Testament hat den Vorteil, dass Sie sich bei Bedarf eingehend vom Notar beraten lassen können. Fehler und Unklarheiten können so vermieden werden. Gleichzeit wird durch die besondere amtliche Verwahrung des notariellen Testaments gewährleistet, dass das Testament nicht verloren geht oder unterdrückt wird. Im Übrigen wird durch ein notarielles Testament ein Erbschein, dessen Erteilung oft lange dauert und Kosten verursacht, im Regelfall überflüssig. Andererseits entstehen aber bei der Errichtung des notariellen Testaments wiederum Kosten, die Sie - im Gegensatz zum Erbschein - selber tragen müssen.
  • Die Übergabe einer verschlossenen Schrift hat den Vorteil, dass Ihre Verfügung gegenüber dem Notar geheim gehalten wird. Nachteilig ist, dass Sie der Notar nicht beraten und belehren kann. Gleichwohl ist der Notar berechtigt, Sie über den Inhalt der Schrift zu befragen und auf mögliche Bedenken aufmerksam zu machen.
  • Es wird empfohlen, das notarielle Testament durch mündliche Erklärung gegenüber dem Notar zu errichten, weil in diesem Fall eine umfangreiche Beratung durch den Notar gewährleistet ist. Die anfallenden Notargebühren sind gleich hoch, ob Sie Ihren Willen mündlich erklären oder dem Notar eine Schrift übergeben.
  • Durch die besondere amtliche Verwahrung des notariellen Testaments ist gewährleistet, dass das Testament nach dem Tod des Erblassers eröffnet wird.
  • Wenn Sie Ihr notarielles Testament aus der besonderen amtlichen Verwahrung genommen haben, gilt das Testament automatisch kraft Gesetzes als widerrufen. Damit tritt wieder gesetzliche Erbfolge ein. Gegebenenfalls müssen Sie also eine neue wirksame Verfügung von Todes wegen errichten. 

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