Vermögensübertragung im Wege der gesetzlichen Erbfolge

  • Wenn Sie keine Verfügung von Todes wegen errichten, müssen Sie davon ausgehen, dass im Erbfall in der Regel eine Erbengemeinschaft entsteht. Je mehr Erben vorhanden sind, desto komplizierter wird die Angelegenheit. Die möglichst unkomplizierte individuelle Nachlassplanung setzt im Regelfall die Errichtung eines Testaments oder den Abschluss eines Erbvertrags voraus.
  • Sind nach Ihrem Tod in einer Erbengemeinschaft Schwierigkeiten zwischen Ihrem Ehegatten, Ihren ehelichen Kindern und Ihrem nichtehelichen Kind zu befürchten, so können Sie diesen durch Enterbung des nichtehelichen Kindes begegnen. Sie können dann Ihr nichteheliches Kind auf den Pflichtteil setzen oder, um es finanziell nicht zu benachteiligen, ein Vermächtnis im Wert des gesetzlichen Erbteils bestimmen. In diesem Fall wird Ihr nichteheliches Kind dann nicht Mitglied der Erbengemeinschaft.
  • Wenn Sie bei einer Adoption als Annehmender Ihr Vermögen nicht an das minderjährig adoptierte Kind vererben wollen, müssen Sie das Kind durch Verfügung von Todes wegen enterben. Allerdings bleibt dem Kind der Anspruch auf den Pflichtteil. Soll dem Kind auch der Pflichtteil nicht zustehen, so bedarf es eines Pflichtteilsverzichtsvertrags. Dieser kann allerdings erst dann wirksam abgeschlossen werden, wenn das Kind volljährig ist.
  • Eine Adoption kann unter erbschaftsteuerlichen Gesichtspunkten sinnvoll sein, weil das angenommene Kind einer wesentlich günstigeren Steuerklasse angehört und ihm wesentlich höhere Steuerfreibeträge zustehen.
  • Häufig wollen kinderlose Ledige, wenn nur noch ein Elternteil lebt, dass dieser Alleinerbe wird und die Geschwister nicht erben. In diesem Fall bedarf es einer entsprechenden Verfügung von Todes wegen.
  • Unter Umständen besteht für den überlebenden Ehegatten die Möglichkeit, seinen ihm nach der erbrechtlichen Lösung zustehenden Erbteil (ein Viertel Erbe und ein Viertel pauschaler Zugewinnausgleich) deutlich aufzubessern. Wenn nämlich der Zugewinn des Erblassers während der Ehezeit den wesentlichen Teil des Ehevermögens ausmacht, könnte es für den überlebenden Ehegatten finanziell sinnvoll sein, den realen Ausgleich des Zugewinns zu verlangen. Der überlebende Ehegatte muss dann die angefallene Erbschaft ausschlagen, was dazu führt, dass ihm neben vorhandenen Kindern der Pflichtteil von der Hälfte seines gesetzlichen Erbteils von einem Viertel, also ein Achtel des Nachlasses, zusteht (güterrechtliche Lösung).
  • Bevor der Weg der "taktischen Ausschlagung" der Erbschaft bestritten wird, sollte in jedem Fall eine Beratung durch einen fachkundigen Anwalt erfolgen. Für die Entscheidung ist insbesondere von Bedeutung, neben welchen Verwandten der überlebende Ehegatte erbt und in welchem Verhältnis der in der Ehe gemachte Zugewinn des Erblassers zum gesamten Nachlass steht und welchen Zugewinn der überlebende Ehegatte selbst erzielt hat. Seine Entscheidung muss der überlebende Ehegatte innerhalb der Ausschlagungsfrist von sechs Wochen treffen.
  • Der Güterstand der Gütertrennung ist unter erbschaftsteuerlichen Gesichtspunkten ungünstig. Schließlich kann der erbschaftsteuerfreie Zugewinnausgleich nicht in Anspruch genommen werden. Der Güterstand der Zugewinngemeinschaft ist in erbschaftsteuerlicher Hinsicht der bessere Güterstand, um dem überlebenden Ehegatten einen möglichst großen Anteil am Nachlass zukommen zu lassen.
  • Als Erblasser können Sie Ihrem Ehegatten den Voraus entziehen, wenn Sie diesen durch Verfügung von Todes wegen zum Erben einsetzen oder ihn enterben. Auch können Sie Gegenstände, die dem Voraus angehören, an Dritte vermachen.
  • Als Erblasser haben Sie die Möglichkeit, den Anspruch Ihrer Familienangehörigen auf den Dreißigsten durch Verfügung von Todes wegen abzuändern oder völlig auszuschließen.

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