Vermögensübertragung unter Lebenden auf den Todesfall

  • Rechtsgeschäfte unter Lebenden auf den Todesfall geben Ihnen Gelegenheit, Personen Vermögenswerte zukommen zu lassen, die nicht Ihre gesetzlichen Erben sind. Und selbst wenn diese Verfügungen in Widerspruch zu einem von Ihnen errichteten Testament oder einem abgeschlossenen Erbvertrag stehen, sind sie dennoch wirksam.
  • Problematisch ist bei einer Lebensversicherung der Fall, dass Sie Ihren Ehegatten als Bezugsberechtigten bezeichnet haben und die Ehe geschieden wird. Beachten Sie, dass in diesem Fall Ihr geschiedener Partner nicht automatisch die Rechte an der Lebensversicherung verliert. Die Bezugsberechtigung müssen Sie vielmehr ausdrücklich gegenüber der Versicherungsgesellschaft widerrufen.
  • Eine Änderung der Bezugsberechtigung können Sie auch in Ihrem Testament vornehmen. In diesem Fall wird die Änderung aber nur dann wirksam, wenn die Versicherungsgesellschaft vor Auszahlung der Lebensversicherung an den Ihr bekannten Bezugsberechtigten von dieser Änderung erfährt.
  • Beachten Sie, dass es bei einer Lebensversicherung zwischen Ihnen und der als Bezugsberechtigten benannten Person eines rechtlichen Grundes dafür bedarf, dass der Begünstigte die Versicherungsleistung behalten darf. Andernfalls können nämlich Ihre Erben die Herausgabe der Versicherungssumme verlangen. Als rechtlicher Grund kommt im Regelfall eine Schenkung in Betracht. Für deren Wirksamkeit ist allerdings notarielle Beurkundung des Schenkungsversprechens erforderlich.
  • Beachten Sie, dass eine fällige Lebensversicherung, die an den Bezugsberechtigten ausgezahlt wird, der Erbschaft- und Schenkungsteuer unterliegt. Steuerpflichtig ist die ganze Versicherungssumme, nicht nur der Prämienaufwand des Versicherungsnehmers. Keine Erbschaftsteuer fällt an, wenn der Versicherungsnehmer gleichzeitig die bezugsberechtigte Person und der Prämienzahler ist, ein Dritter aber die versicherte Person. Diese Variante bietet sich insbesondere zur Absicherung des Ehegatten oder des nichtehelichen Lebenspartners an.
  • Prüfen Sie bei einem Bausparvertrag in Ihren Bausparbedingungen, ob eventuell die Benennung eines Bezugsberechtigten nur durch Verfügung zu Lebzeiten erfolgen kann oder auch durch Verfügung von Todes wegen (z.B. durch Testament). Bei einigen Bausparkassen ist die Benennung eines Bezugsberechtigten durch Verfügung von Todes wegen nicht zulässig.
  • Bei einem Bankkonto eignet sich das sogenannte Oder-Konto grundsätzlich für eine Begünstigung außerhalb des Nachlasses, weil der überlebende Kontoinhaber im Erbfall weiterhin über das Konto verfügen kann. Dagegen bietet das Und-Konto außerhalb des Nachlasses keine Möglichkeiten, Vermögensübertragungen vorzunehmen. Im Erbfall fällt das Konto in den Nachlass; der überlebende Kontoinhaber kann dann nur noch mit Zustimmung der Erben über das Konto verfügen.
  • Bei einem Bankkonto ist es auch möglich, dass Sie ein Konto auf den Namen des Begünstigten einrichten. In diesem Fall liegt ein Vertrag mit der Bank zugunsten Dritter vor. Wenn Sie verhindern wollen, dass der Begünstigte bereits vor Ihrem Ableben über das Konto verfügen kann, sollten Sie einen entsprechenden Sperrvermerk veranlassen. 

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