Haftung des Miterben nach der Teilung des Nachlasses

Gesetzlich sind die Miterben verpflichtet, vor der Teilung des Nachlasses, also insbesondere vor der Teilung eines Überschusses, die Nachlassverbindlichkeiten zu erfüllen. Wenn so verfahren wird, ergeben sich für Sie erst gar keine Haftungsprobleme nach der Teilung des Nachlasses. Gleichwohl kommt es immer wieder vor, dass auch nach Teilung des Nachlasses Nachlassverbindlichkeiten bestehen.

Beachten Sie, dass mit der Teilung des Nachlasses das Nachlassvermögen bzw. Ihr Anteil daran und Ihr Privatvermögen untrennbar miteinander verschmolzen sind. Der Nachlass ist als geteilt zu betrachten, wenn ein erheblicher Teil der Nachlassgegenstände in das Privatvermögen der Miterben übertragen worden ist und im Nachlass keine für die Berichtigung von Nachlassverbindlichkeiten ausreichenden Gegenstände mehr vorhanden sind.

Gesamtschuldnerische Haftung

Nach der Teilung des Nachlasses haften Sie als Miterbe unbeschränkt persönlich und gesamtschuldnerisch für Nachlassverbindlichkeiten.

Tipp:

  • Nach der Teilung des Nachlasses haften Sie unbeschränkt für die Nachlassverbindlichkeiten, die bei der Nachlassteilung nicht berücksichtigt worden sind. Sie haften einem Nachlassgläubiger nicht nur mit Ihrem Anteil am Nachlass, sondern unbeschränkt mit Ihrem Gesamtvermögen, also nicht nur mit Ihrem Erbteil, sondern auch mit Ihrem Privatvermögen. Ein Antrag auf Nachlassverwaltung ist ausgeschlossen.

Anteilige Haftung

Unter bestimmten Voraussetzungen haften Sie allerdings nur in Höhe Ihres Anteils am Nachlass, aber immer noch auch mit Ihrem Privatvermögen. Diese Haftungsbeschränkung tritt ein, wenn

  • der Gläubiger im Aufgebotsverfahren ausgeschlossen worden ist,
  • der Gläubiger seine Ansprüche später als fünf Jahre nach dem Erbfall erstmals geltend macht und Sie als Miterbe sie vorher auch nicht kannte,
  • das Nachlassinsolvenzverfahren eröffnet und durch Verteilung der Masse oder durch einen Insolvenzplan beendet worden ist.

Tipp:

  • Als Miterbe können Sie die Nachlassgläubiger öffentlich auffordern, ihre Forderungen binnen sechs Monaten bei Ihnen oder beim Nachlassgericht anzumelden. Ist die Aufforderung erfolgt, dann haften Sie nach der Teilung des Nachlasses nur für den Ihrem Erbteil entsprechenden Teil der Forderung, wenn nicht vor dem Fristablauf die Anmeldung erfolgt oder die Forderung Ihnen zur Zeit der Nachlassteilung bekannt ist.

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