Verbindlichkeit der Verfügung

Es gibt keine hundertprozentige Verbindlichkeit der Patientenverfügung. Die Chance, dass Ihre Verfügung Beachtung findet, können Sie aber damit erhöhen, dass Sie darin für ganz konkrete Behandlungssituationen Ihre Anweisungen treffen.

Konkrete Behandlungswünsche äußern

Wichtig ist es, nicht nur allgemeine Formulierungen zu benutzen, sondern für ganz konkrete Situationen die Behandlungswünsche zu äußern. In diesem Fall gilt für den behandelnden Arzt zwar Ihr in der Patientenverfügung geäußerter Wille, letztlich muss sich der Arzt aber immer auch davon überzeugen, ob Anhaltspunkte für eine Änderung des Willens vorliegen.

Je aktueller Ihre getroffenen Anweisungen also sind, desto wahrscheinlicher wird es sein, dass Ihre Verfügungen beachtet werden. Andernfalls wird sich der Arzt an Ihrem mutmaßlichen Willen orientieren. Anhaltspunkte können neben früheren Äußerungen Ihre Lebenseinstellung, Ihre religiöse Überzeugung oder Ihre Haltung zu Schmerzen und zu schweren Schäden in der Ihnen verbleibenden Lebenszeit sein.

So sichern Sie die Verbindlichkeit der Patientenverfügung

Zwar ist eine Patientenverfügung nach dem geltenden Recht grundsätzlich verbindlich (soweit nicht etwas Verbotenes wie z.B. aktive Sterbehilfe verlangt wird), gleichwohl sollten Sie die aufgelisteten Aspekte beachten, um Zweifeln an der Verbindlichkeit zu begegnen.

  • Hinterfragen Sie eingehend Ihre eigenen Vorstellungen. Beraten Sie sich mit einem Arzt und klären Sie mit ihm die medizinischen Hintergründe und mögliche Krankheitsbilder.
  • Formulieren Sie Ihre Verfügung mit Blick auf ganz konkrete Situationen und Maßnahmen.
  • Erstellen Sie Ihre Patientenverfügung schriftlich mit Unterschrift und Datum.
  • Prüfen Sie Ihre einmal getroffenen Anordnungen in regelmäßigen Abständen mindestens alle zwei Jahre) und dokumentieren Sie durch eine neue Unterschrift, dass die Verfügung weiterhin Ihrem aktuellen Willen entspricht.
  • Benennen Sie in der Verfügung einer Vertrauensperson, mit der Sie den Inhalt der Verfügung und den darin erklärten Willen besprochen haben. Diese Vertrauensperson sollte Ihre Verfügung ebenfalls unterschreiben.

Vorsicht:
Wenn Ihnen Musterformulierungen für eine Patientenverfügung vorliegen, sollten Sie diese lediglich als Anregung nutzen und in Ihrer persönlichen Verfügung Ihre individuellen Wünsche festlegen. Wichtig ist, dass aus Ihrer persönlichen Patientenverfügung hervorgeht, dass Sie sich über die Konsequenzen Ihrer Entscheidung bewusst sind und die konkrete medizinische Situation eingehend beschrieben haben. Diesen Anforderungen können Musterverfügungen nicht entsprechen; insoweit können sie nur Ihrer Orientierung dienen. Sinnvoll kann es auch sein, sich der Hilfe eines Anwalts oder eines Arztes zu bedienen.

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